Körperspenderdenkmal

  Körperspenderdenkmal auf Friedhof © I.Mayr

Das Institut für Molekulare und Zelluläre Anatomie (MOCA) am Universitätsklinikum RWTH Aachen (Prof. Dr. med. Rudolf Leube, Prof. Dr. med. Andreas Prescher) hat sich für den Entwurf eines Körperspenderdenkmals an den vormals Lehrstuhl für bildnerische Gestaltung (Univ. Prof. Thomas Schmitz) der Fakultät für Architektur der RWTH gewandt. Der Entwurf geht von dem bestehenden Weg auf dem Grabfeld am Westfriedhof II aus, passt diesen lediglich geringfügig an und konzentriert sich auf zwei Kunstobjekte – eine Blausteinstehle sowie eine Sitzbank aus Blaustein. Die Stehle besteht aus einem quadratischen Blausteinmonolithen mit einer Bleikrone und trägt die Inschrift 

„MORTUI PROSUMUS VITAE“ 

(„im Tod dienen wir den Lebenden“)

Die Bleikrone nimmt die Materialsymbolik mit Blei als Symbol der Trauer auf und arbeitet mit dem Kontrast zwischen dem dunklen Blaustein/Blei und dem weißen Bleioxid. Die zeitliche Veränderung des Objektes durch die zunehmende Verwitterung wird hier zum bestimmenden Element. Über gezielte Rinnsale soll das Bleioxid allmählich die vier Seiten der Stehle überziehen. Die Sitzbank besteht aus zwei Blausteinauflagern und einer von beiden Seiten nutzbaren Sitzfläche aus Lärchenholzbohle. Das der Stehle zugewandte Auflager ist ein Quader in dessen Oberseite zusätzlich ein kreisrunder Wasserspiegel als Vogelbecken eingelassen ist. Die Objekte reihen sich entlang der Mittelachse des bestehenden auf, wobei die Sitzbank die Mitte des Weges und die Stehle den Endpunkt des Weges markieren. Die derzeit mittige kreisförmige Aufweitung des Weges sowie die runde Fassung mit Betonformsteinen soll zugunsten einer linearen Fortführung entfernt werden. Die Objekte erhalten jeweils ein Betonfundament mit unsichtbarer Sockelplatte, das frostsicher auf 80cm unter Oberkante des Geländes pfahlgegründet wird. Die form- und kraftschlüssige Verbindung zu den Blausteinelementen findet frostsicher mit Edelstahlgewindestangen und 2Komponentenkeber statt. 

Kontakt: Thomas H. Schmitz und Frieder Scheuermann

Projektlaufzeit: 2016-18