Plastische Gestaltung 1b/G&D1

 

Kunst - Form

Collage Urheberrecht: © Friedrich

Durch das händische Erfassen von Objekten und Räumen verinnerlichen wir unsere Wahrnehmung körperlich und schaffen eine mentale Grundlage für das kreative Denken.

In den Werkstätten und Ateliers des Lehrstuhls untersuchen wir Methoden plastischen und räumlichen Gestaltens im experimentellen Umgang mit klassischen und mit unkonventionellen Werkstoffen. Dabei kommt es uns auf die Entwicklung von Fertigkeiten an, die sich beim Machen entwickeln. Die verlangsamte Zeit des Hand-Werkens ermöglicht dann Reflexion und Phantasie aus der konkreten Materialerfahrung heraus.

Figur + Grund

In welchen Objekt-Raumkonstellationen wirken Masse und Raum als gleichwertige Aspekte der plastischen Formgebung und Raumbildung? Baue ein abstraktes, raumhaltiges Objekt, bei dem sich Masse und Raum (oder Figur und Grund) in ihrer wechselseitigen, mehrdeutigen Durchdringung alsgleichwertige Aspekte der Gestalt erweisen. “Raumhaltig“ bedeutet, dass die von dir gestaltete Masse nicht nur durch ihr eigenes Volumen Raum einnimmt, sondern im gleichen Maß auch Raum „erschafft“. Das geschieht, indem die Formen, die du gestaltest in ihrer Konstellation Räume in der Plastik öffnen, den leeren Raum definieren und begrenzen und ihn dadurch erlebbar und beschreibbar machen.

Material: Gips in Aufbautechnik

Selbstbildende Formen

‚Generiere’ mit keramischen Materialien Formen, indem Du Materialien, äußere und innere Kräfte und deren wechselseitige physische Interaktionen in einem formgenerierenden Setting gezielt aufeinander wirken lässt.Im Experimentieren mit Tonmaterialien entwickelst Du Ideen: Spiele, also experimentiere mit dem Zufall und lerne so das Zusammenspiel von Material, Kräften und Raum im zeitlichen Kontext kennen. Drapiere und traktiere Materialien/-kombinationen so gezielt, dass sie gestalthafte Formen ‚wie von selbst‘ annehmen. Nutze (wenn Du willst) für Deine Arbeit Referenzen, indem Du diese rekonstruierst und dabei deutlich weiterentwickelst, modifizierst, verfremdest:Wende die zuvor gewonnenen Erkenntnisse so an, dass daraus Form entsteht, die über das naturhafte Ereignis hinaus eine artifizielle, formale, künstlerische Dimension entfaltet.

Material: Ton bzw. Keramik

Modularität – Serialität

Welche Wirkungen lassen sich durch Wiederholung gleicher/ähnlicher Elemente erzeugen und welche abstrakten Gestaltmittel stehen dafür zur Verfügung? Baue ein Objekt nach einem selbst entwickelten „Baukastenprinzip“, das aus gesetzmäßig verwandten oder gleichen Elementen besteht. Diese Module sollen nach einfachen, präzisen Gesetzmäßigkeiten ausgerichtet und räumlich organisiert sein (3-dimesionales Rastersystem). Die materialgerechte konstruktive, räumliche Fügung der Module steht neben der Gestalt/Proportion der Module im Mittelpunkt, z.B. Ineinander-Passungen wie Faltungen, Klemmeffekte, ggf. verbindende Glieder usw.

Material: Diverse Materialien (Holz, Metall, Pappe, Papier, Folie, Formguss etc.)

Schwellform

Einfache geometrische Ausgangsformen werden durch Transformationen komplex. Sie gewinnen durch minimale Veränderung ihrer Kontur, durch die Gestaltung der Kanten, durch ihre Proportionen und durch ihre Oberflächen dynamische Wirkungen, die sie scheinbar zum Schweben, in eineBewegung versetzen, sodass sie lebendig erscheinen und förmlich ‘atmen‘. Transformierte in diesem Sinn entweder einen Zylinder oder einen Quader.

Material: Naturstein

Prof. Thomas Schmitz Axel Friedrich Christina Klug Mirko Tschauner Frank Posthoff