Upcycling Hof/B4

  Reparierte Mauer Urheberrecht: Schmitz

Im Upcycling Hof in Aachen Nord soll gegen das kurze Dasein der Waren angekämpft, sie (vergleichbar mit kranken Personen in einem Krankenhaus) behandelt und ihnen wieder „Leben“ eingehaucht werden. Im Sinne der Prinzipien: „Reparieren ist besser als Recyceln, Reparieren lehrt Konstruieren, Reparieren spart Geld, Reparieren schützt die Umwelt“ sollen Dinge geflickt, ausgebessert, verlängert, erneuert, geputzt, gepflegt oder gfs. in Einzelteile für neue Waren zerlegt und archiviert werden. Es geht um Wege der Analyse und Diagnose, Instandsetzung, Rohstofflichkeit und Distribution. Der Upcycling Hof soll ein kultureller Ort werden – ein Kaufhaus des kreativen Handelns – bei dem das Erfahrungs- und Reparaturwissen in den Vordergrund rückt und materielle, technische Dinge wieder zum Leben erweckt werden.

Wir suchen nach einer neuen architektonischen Typologie, die räumliche Lösungen anbietet, für das gesellschaftliche Problem der Ressourcenknappheit. Müll soll vermieden und Kultur geschaffen werden. Denn: „Reparieren betrifft nicht nur das Technische, sondern ebenso das Kulturelle und das Soziale. Reparieren stabilisiert die Verhältnisse zwischen Ding und Nutzer und zwischen Ding und Gesellschaft“ (Orr 1996). Ziel ist es, das Prinzip Wertschöpfung statt Verschwendung, in Aachen zu etablieren. Dafür sollen lokale und globale Wissenspraktiken gebündelt und das Erfahrungswissen des handwerklichen Umarbeitens und des Re-Assemblings im Entwurf thematisiert und verräumlicht werden. Das Raumprogramm beinhaltet auch den Aspekt der kulturellen Bildung, d.h. neben Werkstätten, Lager, Café und Büroräume, soll Platz für Information, Ausstellung und Kursprogramm entstehen.

Kooperation mit

Lehr- und Forschungsgebiet Bauplan und Baurealisierung