Schauwerkstatt/B4

  experimentelle Fotografie Urheberrecht: © Göbels

Fotos begegnen uns auf Instagram, in Zeitschriften oder auf Plakaten, in privaten Wohnzimmern, in Museen oder Archiven. Ihre Machart und Materialität, ihre Komposition und ihr Spiel mit Wirklichkeit sind vielfältig und als historische Dokumente spiegeln sie sowohl technische wie auch gesellschaftliche Entwicklungen wider.

In den letzten Jahrzehnten wurde erkannt: die Fotografie ist ein wichtiges künstlerisches und dokumentarisches Medium und in den letzten Jahren wurde darüber hinaus festgestellt: es braucht einen Ort – ein Kompetenzzentrum – das ihrer besonderen Rolle gerecht wird. Und so steht nach einem langen kulturpolitischen Prozess die Gründung eines Bundesinstituts für Fotografie mit dem Ziel Fotos für ein kulturelles Gedächtnis aufzubewahren, sie zu sammeln, zu restaurieren und zu erforschen kurz bevor.

Auserkoren wurde ein Baugrundstück auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen (seit 2001 UNESCO-Welterbe) zwischen Folkwang Universität der Künste und dem 55 Meter hohen Doppelbock-Fördergerüst, das als Wahrzeichen auch der Stadt Essen und der gesamten Region gilt. In der näheren Umgebung befinden sich außerdem das Sanaa-Gebäude und das Ruhr Museum mit Dauerausstellung zur Kultur- und Naturgeschichte des Ruhrgebiets und der Industrialisierung.

In Anlehnung an Ort, Konzept, vorliegendem Raum- und Funktionsprogramm des geplanten Bundesinstituts greift das ausgegebene B4 diese spannende kulturpolitische Entwicklung auf und differenziert die architektonische Aufgabe durch den Fokus auf den (semi-) öffentlichen Bereich. Es geht um die Entwicklung einer architektonischen Typologie, die als Schauwerkstatt räumliche Lösungen für die Präsentation fotografischer Bilder, aber auch die Kommunikation ihrer Materialität und Entwicklung, sei es im Labor oder durch technische digitale Manipulation, anbietet. Es geht darum einen Ort zu schaffen an dem das Medium der Fotografie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und es zukunftsfähig auf- und ausgestellt werden soll.

Dienstags | R215–217

Sondertermine nach Ansage

Prof.Thomas Schmitz | René Kersting | Hannah Groninger

Kooperation mit Bauplan