Perfekt Unperfekt/SGD

  3D-Printed Structures of clay Urheberrecht: Christina Klug

Das Seminar untersucht das Spannungsfeld manueller und digitaler Methoden der keramischen Gestaltung. Der Umgang mit digitalen Methoden der Formgebung verspricht ein höchst präzises Fertigungsverfahren. Das Fused Deposition Modeling (FDM) von künstlichen Filamenten unterstützt die Anschauung, dass eine Übersetzung der 3-dimensionalen Modellierung in unsere reale Umgebung unproblematisch sei. Im Umgang mit natürlichen Werkstoffen wie Ton, stoßen digitalisierte Werkzeuge jedoch an ihre Grenzen.

Aufgabe ist es, innovative Strategien für hybride Gestaltungsprozesse in Keramik zu entwickeln. Dabei werden Themen der spezifischer Materialität Ton in Hinblick auf Visualisierung, intelligenter Mischung von manuellen und digitalen Techniken, sowie maschinellen "Hacks" im 3D-Druckverfahren behandelt und weitergedacht. Daneben werden auch solche Prozesse untersucht, die erst durch die Einbeziehung des digitalen Werkzeuges möglich werden.

Ziel des Seminars ist es, im experimentellen Umgang mit dem Material Ton und dem 3D-Clay-Printer verschiedene Verfahren im Grenzbereich von abstrakter Berechenbarkeit und materialspezifischem Erfahrungswissen zu entwickeln. Die Gestaltungsfragen vermitteln zwischen präziser Planung und lebendigem Chaos und sind im weitesten Sinne – Perfekt Unperfekt. Dabei sensibilisiert das Seminar auch für einen materialgerechten Umgang im Zusammenwirken von Technologie und handwerklichen Techniken.

Ziel:

  • Verstehen grundlegender technischer Eigenschaften von Keramik
  • Methoden der manuellen Formgebung, Verarbeitung, Trocknung und Brennen von Ton
  • Anwenden der Möglichkeiten des Materials in selbstständigen Experimenten/ Studien

  • Methoden der digitalen Formgebung in CAD-Anwendungssoftware (Rhino)
  • Umsetzung in ein druckfähiges Modell (Cura)
  • Fabrikation mit 3D-Drucker Delta WASP

  • Erarbeitung einer materialspezifischen Gestaltung
  • Darstellung/ Umsetzung einer hybriden Prozessform mit geeigneten Mitteln

Material: Ton wird für das Selbststudium zur Verfügung gestellt und muss zu Beginn des Semesters selbst abgeholt werden.

Voraussetzungen/Umsetzung: Es gibt keine Voraussetzungen bezüglich Softwarekenntnissen (Rhino, Cura). Wünschenswert sind jedoch Erfahrungen aus dem Bereich 3D-Modellierung und 3D-Druck. Das Seminar behandelt das Thema des klassischen FDM theoretisch, gibt aber auch praktische Hinweise. Am Ende soll der eigene hybride Prozess im Vordergrund stehen. Eine physische Umsetzung mit dem 3D-Clay-Printer (WASP) ist möglich.

Termin: Mittwochs 14:00 – 15:30 Uhr online (ZOOM/MOODLE) später auch Keramik-Atelier (K:G)

Betreuer: M. Sc. Christina Klug (K:G)