Sammlungskulturen/M2.1/M1

  Detail Fassade Ningbo Museum © Siyuwj

Der Wandel Richtung Kreislaufwirtschaft fordert uns, unsere ästhetischen Leitbilder und Gestaltungsansätze zu hinterfragen und nach neuen Werkzeugen und Handlungswegen zu suchen. Das Projekt formuliert die These, dass die Prozedur des ‚Sammelns‘, in ihrer ökonomischen sowie ästhetischen Form, eine immer größere Rolle als Kulturtechnik im Gesamtmechanismus der Kreislaufwirtschaft gewinnt. Diese birgt unzählige Potentiale für unsere Kreativprozesse, die es zu erforschen gilt. 

Im kommenden Jahr werden wir ‘Sammlungskulturen‘ unter zwei Gesichtspunkten untersuchen. Im ersten Semester geht es um die Prozesse, welche das Sammeln in erster Linie möglich machen. Zusammenbringen, ordnen, katalogisieren, lagern, reparieren, aufwerten, sichtbar-machen, rekombinieren, wiedereinsetzen... Diese vereinen sich in der Aufgabe eine Universitäts-Bauhütte zu entwerfen – eine räumliche Infrastruktur, welche zentral oder dezentral das ‚Sammeln‘ zum integralen sichtbaren Prozess der Gebäudeentwicklung der RWTH macht. Dabei geht es sowohl um die nötige logistische Material-Infrastruktur als auch um die Wissens-Infrastruktur, welche Innovation, Interdisziplinarität und einen öffentlichen Diskurs fördert.

Im zweiten Semester werden wir uns den kreativen Potentialen des ‚Sammelns‘ als Entwurfswerkzeug nähern. Dabei werden wir uns in einer Reihe von Vertiefungen und Übungen mit Themen wie Spolien, Rekombinatorik, Entfunktionalisierung, Objet trouvé auseinandersetzen und diese in räumlichen Installationen, Kollagen, Zeichnungen und Modellen übersetzen.

Wir werden uns durchgehend im Kosmos des großen Gebäudebestands der RWTH Aachen University bewegen, und erhoffen uns durch das ‚Sammeln‘, unser vertrautes Umfeld mit neuen Augen wiederentdecken zu können. Dabei dürfen wir gerne radikal, utopisch und spekulativ werden!

 

in Kooperation mit dem Lehrgebiet Bauplan

Das erste Semester kann auch als M1 angerechnet werden.

Einführung: 17.10.2023, 09 Uhr 
Termine: Dienstags, 09 – 18 Uhr

Olga Cobușcean  Prof. Thomas Schmitz