Skulptur und Statik/WF

  Steinskulptur Urheberrecht: © Tschauner

Sowohl die Konzeption als auch die Ausarbeitung einer Steinskulptur stellen spezielle Anforderungen an den Bildhauer. Das Eigengewicht des Materials und die aufeinander einwirkenden Gewichtungen zusammenhängender Formelemente und Konstellationen bilden komplexe Kräfteverhältnisse innerhalb der skulpturalen Komposition, mit denen der Bildhauer umgehen muss: Will er nicht nur monolithisch-archaische Skulpturen schaffen, sondern durchbrochene, raumhaltige, oder sogar filigrane Gebilde von komplexer Ordnung, die vielleicht sogar Bewegung oder Bewegtheit suggerieren sollen, so ist die statische Konzeption eine entscheidende Grundlage der Gestaltung – es entwickelt sich eine Komposition als Verbindung tragender, lastender und lagernder Formelemente. Dabei wird mit abstrakten Formen gearbeitet, das heißt, dass keine gegenständlichen Darstellungen verwendet werden.

In der Bildhauerei wird statt des Begriffes Statik eher der Begriff der Tektonik verwendet (von griechisch τέκτων, Baumeister); dieser bezieht sich auf die Herausstellung und Verdeutlichung konstruktiver Elemente und Strukturen der Skulptur.

Im Seminar werden in den Techniken der klassischen Bildhauerei kleinformatige abstrakte Kalksteinskulpturen erarbeitet. Beginnend mit Bleistiftskizzen wird der Entwurf über ein 1:1 Tonmodell und dessen Gipsabformung konkretisiert. Der Gipsabguss dient als Vorlage zur Übertragung der Form in den Stein. Die handwerkliche Ausarbeitung der Skulptur erfolgt in den Techniken der traditionellen Steinbearbeitung mit Handwerkzeugen.

Ort: Steinatelier/Reiff

Termin: Donnerstags | 9:00 – 12:00 Uhr

Mirko Tschauner Prof. Thomas Schmitz