Panorama | Archäologie der Gegenwart M2/1b

  Frontcover Utopia von Thomas Morus Urheberrecht: © Morus Utopia 1516

Die Suche nach einer Typologie des Panoramas wird zu einer Suche nach einem Instrument der Zeit, das Bilder und Panoramen gfgs. selbst produziert, rahmt, komponiert, (re-) interpretiert, analysiert oder archiviert. Ziel ist es am Hambacher Tagebau einen kulturellen Ort der Reflexion zu schaffen und damit einen Beitrag zur massiven Veränderung der landschaftlichen und sozialräumlichen Umgebung zu leisten. Die Zukunft wird ergebnisoffen diskutiert: als eine harmonische, kontinuierliche Entwicklung der Folgelandschaft, als Aufblühen von innovativen Forschungslandschaften oder Freizeitparadiesen, als Verlust einer mit dem Ort und seinen architektonischen Relikten verwobenen Identität, aber auch als massiver Eingriff in die Entwicklung des Planeten, der entschiedenen Protest verlangt.

Die Architektur des Panoramas wird innerhalb eines von den Projektteilnehmern programmierten Ensembles als Kulturbau mit zentraler Bedeutung und als Beobachtungsstation einer sich verändernden (globalen) kritischen Zone entworfen. Die individuell entwickelten Bildentwürfe aus dem ersten Semester sollen architektonisch so weit konzeptionell vertieft und räumlich ausgearbeitet werden das sie als Grundlage für den Entwurf der Panoramaarchitektur dienen. Ferner spielt der Aspekt des sich Versammelns und des Dialoges bei der räumlichen Ausarbeitung eine wichtige Rolle. Das Panorama ist ein Ort des Dialoges über Dinge, die durch und in der Architektur wahrnehmbar werden sollen. Das Raumprogramm des rahmenden architektonischen Ensembles besteht aus Ausstellungsräumen, Ateliers, Laboratorien und Versammlungsräumen (s.u.). Die Architektur entspricht damit einem Ort, an dem mit den Mitteln und Methoden der wissenschaftlichen und künstlerischen Praxis die Gegenwart reflektiert wird. Neben der detaillierten Ausarbeitung der Panoramaarchitektur sollen die Programmanforderungen diagrammatisch so ausgearbeitet werden das, Ihre funktionale und inhaltliche Bedeutung für die Panoramaarchitektur deutlich werden.

Die formale Ausarbeitung sollte eine deutliche Haltung zu bisherigen Vorschlägen für Architekturen und Masterpläne rund um die zukünftige Entwicklung des Rheinischen Revieres einnehmen. Sie kann Opposition beziehen, kritisch ergänzen oder begründet eingeschlagenen Richtungen wie sie z.B. im Masterplan Räumliche Entwicklung Hambacher Tagebau zu erkennen sind aufnehmen. Der Entwurf nimmt die Herausforderung einer sich organisch in der Zeit entwickelnden Architektur an, die auch über die Grenzen des Hambacher Tagebaus in Ihrer Entwicklung hinausgedacht wird. Eine innovative Auseinandersetzung mit zukunftsweisenden Energie- und Ressourcenschonende Material- und Herstellungskonzepte und eine innovative Übersetzung des Panoramaformats finden besondere Beachtung in der konstruktiven Umsetzung.

Dienstag 10.00-12.30

Auftaktveranstaltung und Workshop: 05.04.-07.04.2022

Hannah Groninger | Dominik Mohs | Univ.Prof. Thomas H. Schmitz