Gehäuse/Projekt Freier Entwurf

  Entwurf eines Schauspielhauses Urheberrecht: © KG

Unsere Erfahrung lehrt uns, dass Gebäude neben der Erfüllung ihrer dezidierten Funktionen immer auch Wirkungen erzeugen. Der Philosoph Gernot Böhme hat diese als 'Atmosphären' bezeichnet. Diese kann man nur durch leibliche Anwesenheit 'spüren'. Sie stimmen uns durch ihre Erscheinung, durch ihre physische, reale Gestalt und Ausstrahlung, die – anders als geometrische, konstruktive oder ökonomische Aspekte – nicht messbar quantifiziert werden können. Wenn wir Phänomene entwerfen wollen, die nur unterschwellig, leiblich gespürt werden, dann brauchen wir logischerweise auch ein spezifisches Dispositiv der Werkzeuge + Medien des Entwerfens. Darum werden wir in diesem Projekt vor allem mit Artefakten arbeiten, die real sind: Modelle, Zeichnungen, Collagen, Mischtechniken, Farben. Sie alle erzeugen Wirkungen unmittelbar physisch-energetisch, auch durch die ungefilterte, subjektive 'Handschrift' der individuellen Arbeitsweisen.

In einer Abfolge von Stegreif-artigen Kurz-Entwürfen werden Objekte/Räume entworfen, die – im Grenzbereich von Kunst und Architektur – die Themen ‘Klause‘ (Zeit-Erfahrung), ‘Klang-Körper‘ (Raum vs. Musik) und ‘Gehäuse für ein Lieblings-Objekt‘(Modellhaftigkeit + Maßstab) in synästhetisch erfahrbare, raumplastische Gehäuse übersetzen. Im Mittelpunkt dieser insgesamt experimentellen Werk-Serie steht das Zusammen-Wirken von Raum als Dimension, Proportion + Komposition, mit Materialität als Fügung, Textur, Farbe, Masse, optische Eigenschaften, mit Licht als modulierte Energie, als Volumen, als Bewegung und mit Menschen und Dingen als handelnden Akteuren.

Das Projekt fördert die Entwicklung einer künstlerisch-gestalterischen Haltung zu substanziellen architektonischen und entwerferischen Fragestellungen. Es mündet in einer modularen Installation, die im Foyer der Fakultät gemeinsam errichtet und öffentlich präsentiert wird.

Werkstatt-Support (Farbe + Raum, Holz, Modellbau)

Prof.Thomas Schmitz

René Kersting